Albertie Ausgabe 04/2023

Die neue Albertie 04/2023 ist da

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Tierheimhunde sind in den allermeisten Fällen Mischlingshunde oder – wie es heutzutage heißt – „Mixe“. Sie liegen den Tierschützern von der Grillostraße ganz besonders am Herzen. Deshalb ist es im Essener Albert-Schweitzer-Tierheim eine gute Tradition, alle zwei Jahre am Tag der offenen Tür in der sogenannten „Mischlingshundeschau“ den schönsten, witzigsten, typischsten Mischling Essens zu prämieren. Die von einer stets prominent besetzten Jury ermittelten Preisträgerinnen und Preisträger können sich sehen lassen und machen ihrer Bezeichnung alle Ehre. Ich erinnere mich gerne an „Bosse“, der als allerliebste Mischung aus Schäferhund und etwas sehr, sehr viel Kurzbeinigerem zum unangefochtenen Sieger gekürt wurde.

Diese bunte Mischlingshundeschau und die Präsentation der Besonderheiten und vielfältigen Fähigkeiten der teilweise undefinierbaren Rassemixe ist sicherlich eine witzige und entspannte Aktion, hat jedoch auch etwas Programmatisches. Sie ist ein klares Bekenntnis! Zur Schönheit der Mischlinge! Und letztlich auch zu einer bunten und vielfältigen Gesellschaft! Wie es sie übrigens im Ruhrgebiet seit fast 150 Jahren gibt.

Ein Kessel Buntes

Denn was ist der „Ruhrpott“ denn anderes als ein Kessel Buntes? Rheinländer und Westfalen, ein wenig französische Hugenotten, ein bisschen mehr Ostpreussen und Schlesien und ein gut Teil Polen, aufgepeppt mit italienischen, spanischen, griechischen und türkischen Einflüssen sowie für die richtige Würze eine Prise Balkan und viele andere „Zutaten“. Jüdische, katholische, evangelische und muslimische Menschen und Menschen, die mit Religion wenig oder nichts am Hut haben. Konservative und Freigeister. Das ist unsere Geschichte hier in der Region. Manchmal problematisch, aber in der Gesamtschau eine immer wieder neu zusammengewachsene Gemeinschaft.

Diese Vielfalt und Buntheit des Lebens und den speziellen Ruhrpott-„Mix“ dürfen wir nicht von böswillig interessierter Seite in den Schmutz ziehen lassen. 

Der Essener Tierschutzverein lehnt jede Form von Diskriminierung ab, ganz gleich ob sie gegen Tiere oder Menschen gerichtet ist. Der Verein steht für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft und lehnt die Zusammenarbeit mit all jenen ab, die die freiheitlich demokratischen Werte und Grundrechte ablehnen oder abschaffen wollen, insbesondere dann, wenn Tierschutz als Mittel zur Diffamierung ganzer gesellschaftlicher Gruppen missbraucht wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Zeit und hoffe mit Ihnen auf ein Ende der schrecklichen und verstörenden Kriege und ein friedliches neues Jahr 2024.

Ihre Elke Esser-Weckmann

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